Technikerstudium

5 Thesen vom „staatlich geprüften Techniker“

1. Stellung des Technikers in der Arbeitswelt

1. Der Techniker ist nach den Ausbildungsrichtlinien die einzige Führungskraft im technischen Bereich mit abgeschlossener Berufsausbildung und praktischer, im Erwerbsleben gewonnener Erfahrung.

2. Kenntnisse des Betriebsablaufes und praktische Fertigkeiten können als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

3. Der Techniker gerät als Führungskraft weit weniger in Gefahr, bürokratische, betriebsfremde, undurch- führbare Anordnungen zu treffen.

4. Der Techniker setzt die Tradition des früheren, stark praxisorientierten Ingenieurs alter Prägung fort.

5. Dipl.-Ing. (FH) und Dipl.-Ing. (TH bzw. TU) beginnen ihre Berufstätigkeit in der Regel als Einstieg von oben. Sie sind als Hochschulabsolventen wissenschaftlich-theoretisch
geprägt.

2. Lehrkräfte für die Technikerausbildung

  1. Bei der Ausbildung der Techniker haben Praxis- und Fachkenntnisse Vorrang vor pädagogischen Fähig- keiten. Die Studierenden der Technikerschulen sind außerordentlich motiviert, lernbegierig. Der ideale Lehrer wäre der Ingenieur mit mindestens 5-jähriger Industriepraxis, wobei auch bewährte Fachhochschulingenieure die Möglichkeit haben sollten, Lehrer an einer Technikerschule zu werden.
  1. Die Weiterbildung und der Kontakt der Lehrer zur Industrie müssen gefördert und ggf. durch Praxiswochen in der Industrie vorgeschrieben werden.

3. Gesellschaftliche Stellung des Technikers

  1. Auch wenn das Bedürfnis zu akademischer wissenschaftlicher Weiterbildung selten besteht, sollte zum mindesten die FHS-Reife selbstverständlicher Bestandteil der Technikerausbildung sein. Denkbar wäre auch eine fachliche eingeengte FHS-Reife. Das gesellschaftliche Ansehen in der heutigen Gesellschaft ist eng mit den erreichten allgemeinbildenden Abschlüssen gekoppelt.

4. Geschützte Berufsbezeichnung

    1. Da die bisher für den Fachhochschulingenieur geschützte Bezeichnung Ing. (grad.) inzwischen zum Dipl.-Ing. verändert wurde, wäre es logisch, die Bezeichnung Ing. (grad) dem Techniker zuzuordnen.
  1. Denkbar wäre auch ein „Diplom-Techniker“ als Berufsbezeichnung. Damit entfielen die bisherigen Schwierigkeiten mit ähnlich lautenden Berufsbezeichnungen in Industrie und Handwerk.

5. Anerkennung von Berechtigungen

  1. Die Anerkennung von Berechtigungen ist zum Teil unvollständig, zum Teil sogar für die Techniker diskriminierend gelöst. Hierzu gehören ebenso die Frage der Bauvorlagenberechtigung in allen Bundesländern. Die Benachteiligungen sind besonders unverständlich in Anbetracht des hohen Niveaus in der Technikerausbildung z.B. in den Fächern Mathematik,,Physik,Elektronik,technische Mechanik oder Baustatik.